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Interview über Lebensmittelmotten in der Küche

Lebensmittelmotten in der Küche

Lebensmittelmotten zählen zu den Schädlingen. Sie sind häufiger in der Küche anzutreffen, als man denkt und auch in den Städten und Gemeinden finden Lebensmittelkontrolleure in Restaurants und Backstube häufig die Lebensmittelmotte an.

Wer auch nur ein oder zwei Motten in seiner Küche herum fliegen sieht, der muss damit rechnen, dass sich die Motten explosionsartig vermehren. Wir haben mit Kai Westermeier, einem Experten in Sachen Mottenbekämpfung und Betreiber der Internetseite motten-weg.de gesprochen, worauf man zu achten hat.

Herr Westermeier, sind Lebensmittelmotten eigentlich gefährlich?

Kai Westermeier: von den Motten an sich geht keine Gefahr aus. Sie beißen und stechen nicht und verspritzen auch kein Gift. Tatsächlich fressen die erwachsenen Motten nicht einmal mehr. Allerdings ist die Raupe dafür umso gefräßiger. Sie liebt bestimmte Vorräte, wie zum Beispiel Getreideprodukte, egal ob diese verarbeitet oder unverarbeitet sind. Als Beispiel sollen hier Mehl, Nudeln und Brot dienen, aber auch vieles mehr. Eine ausführliche Auflistung finden Sie auf meiner Seite.

Befindet sich die Larve nun in diesen Vorräten, so verunreinigt sie diese. Einerseits hinterlässt sie ihren Kot, andererseits kleine weiße fadenartige Gespinste, die beim Häuten übrig bleiben. Natürlich stirbt die eine oder andere Larve auch in den Vorräten.

Von diesen Verunreinigungen geht die eigentliche Gefahr aus. Allergien und Magen-Darm- Probleme können entstehen. Ich habe auch schon davon gehört, dass Motten Würmer übertragen haben sollen. Diesen Punkt konnte ich allerdings bisher nicht verifizieren. Dennoch sollte man Lebensmittelmotten konsequent bekämpfen, falls man sie im Haus hat.

Woher kommen die Lebensmittelmotten?

Kai Westermeier: Die Lebensmittelmotten kommen entgegen der landläufigen Meinung nur äußerst selten durch die Fenster in die Wohnung. Vielmehr bringt man sie meistens vom Einkaufen selbst mit in die Wohnung. Sie verstecken sich in Schachteln, kleinen Kartons und manchmal auch bereits in den Vorräten. Es ist also keinesfalls ein Zeichen eines unsauberen Haushaltes, wenn man plötzlich von Lebensmittelmotten betroffen ist.

Woran erkennt man Lebensmittelmotten?

Kai Westermeier: Obwohl es viele verschiedene Arten von Lebensmittelmotten gibt (in Deutschland sind es die Dörrobstmotte, die Mehlmotte und der Mehlzünsler) benötigt man keine genaue Beschreibung der verschiedenen Mottenarten. Meistens entdeckt man die Motten direkt in den Schränken oder die Larven in oder an den Vorräten. Fliegen Motten in der Küche herum, so lassen sie sich gerne in dunklen Ecken nieder. An der Wand sehen sie dann wie kleine schwarze Striche aus, weil sie ihre Flügel zusammenlegen. Im Schrank bewegen Sie sich meistens hüpfend mit kleinen Sprüngen oder krabbelnd vorwärts.

Was kann man gegen Lebensmittelmotten tun?

Kai Westermeier: Zunächst einmal gilt es, die befallenen Vorräte umgehend wegzuwerfen. Direkt im Anschluss sollten alle nicht befallenen Lebensmittel umgehend in luftdichte Gefäße umgefüllt werden. Dies aus dem Grunde, weil die Raupe sich durch Papier und Kunststoff, sowie auch Pappe leicht hindurch fressen kann. Wichtig zu wissen ist, dass die Larve sich auch durch Schraubverschlüsse hindurch zwängen kann. Es bieten sich daher Gefäße aus Glas, Keramik oder Edelstahl an, die sich luftdicht mit einer Dichtung verschließen lassen.

Nachdem nun alle Vorräte gut verpackt sind, sollte man zuerst die Küche reinigen, die Schränke auswaschen und alle Ritzen absaugen. Anschließend sollte man dann Schlupfwespen gegen Lebensmittelmotten ausbringen und auf die chemische Keule nach Möglichkeit verzichten. Die mir bekannten chemischen Mottenmittel bestehen alle aus Bioziden, also Nervengiften.

Die Schlupfwespen hingegen sind Nützlinge und der natürliche Feind der Lebensmittelmotten. Sie sind nur 0,3-0,4 mm groß, bohren mit ihrem langen Legestachel in die Eier der Motte hinein und legen dort ihre eigenen Eier ab. Das Ei der Motte ist nun zerstört, stattdessen entstehen neue Schlupfwespen. Die Anwendung der Schlupfwespen muss man 3x in einem Zeitraum von 9 Wochen wiederholen.

Übrigens müssen Sie keine Angst haben, dass Sie statt der Motten nun eine Schlupfwespen-Plage bekommen. Schlupfwespen können nicht fliegen, bleiben an dem Ort wo sie ausgesetzt werden und sterben bereits nach drei Wochen. Sie zerfallen zu wenigen mikroskopischen Staubkrümeln, sobald die Lebensmittelmotten vernichtet sind. Für ihr Auge unsichtbar tun die kleinen Nützlinge also ihr Werk.

Herr Westermeier, wir danken Ihnen für das Gespräch.



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